| Nr. 155/08

zu TOP 35: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Sperrfrist: Redebeginn
Es gilt das gesprochene Wort

Verehrte Antragsteller aus den Reihen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, bei Ihrem vorliegenden Antrag muss ich an ungeduldige Kinder vor der Weihnachtsbescherung denken. Auch diese können es gar nicht erwarten und möchten nur zu gerne noch vor der feierlichen Bescherung das Geheimnis der verpackten Geschenke lüften.

Bis zum 19. März 2008 konnten die Eltern ihre Kinder an den weiterführenden Schulen anmelden. Auch wenn der Anmeldungszeitraum für die Gesamtschulen bis zum 7. März galt und diese bis zum 14. März ihre Aufnahmeentscheidungen getroffen haben, wurden die Grundschulen über die erfolgten Anmeldungen von den Leiterinnen und Leitern der aufnehmenden Schulen bis zum 18. April informiert. Dieser Tag ist noch nicht einmal eine Woche her! Vom 18. April bis zum heutigen Tag sind es gerade einmal vier Werktage.

Ihre Wissbegier geht sogar noch weiter. So fragen Sie nach Folgerungen aus diesen Zahlen, aus denen Sie die Einrichtung zukünftiger Regional- und Gemeinschaftsschulen ableiten wollen. Meine sehr verehrten Damen und Herren der „Grünen-Fraktion“, das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Der Stichtag für den Nachweis der Schüleranmeldungen für die Einrichtung von Regional- oder Gemeinschaftsschulen durch die Schulträger ist der 25. April 2008, also der morgige Freitag. Da wir alle nicht wirklich in die Zukunft sehen können bzw. aus einer Glaskugel zukünftige Geschehnisse erkennen können, erübrigt sich zudem Ihre Frage nach den Konsequenzen, welche die Landesregierung aus den Anmeldungen bereits gezogen hat bzw. ziehen wird. Schnellschüsse sind keineswegs erstrebenswert!

Ich denke, dass uns allen mit wilden Spekulationen und unhaltbaren Zahlenspielen nicht wirklich geholfen ist und daher sollten wir uns in Geduld fassen und die Mitteilung belegbarer und valider Zahlen durch das Ministerium für Bildung und Frauen abwarten. Nach Kenntnisnahme der Zahlen können wir daraus unsere Schlüsse und auch eventuelle Konsequenzen ziehen.
Allerdings sollten wir abwarten, bis eine vollständige Umsetzung des Schulgesetzes stattgefunden hat. Von den bisher bestehenden 363 Grund-, Haupt- und Realschulen werden zum Schuljahr ´08/´09 voraussichtlich nur annähernd 40 % in Schulen des neuen Systems (Regional- oder Gemeinschaftsschulen) umgewandelt werden. Es bleibt abzuwarten, für welche Schulart sich die Schulträger der restlichen 227 Haupt- und Realschulen entscheiden. Aber eines muss an dieser Stelle doch gesagt werden: Für Schülerinnen und Schüler, für Lehrerinnen und Lehrer ist es wenig hilfreich, wenn ihre Schulart schlecht geredet wird, bevor sie überhaupt ihre Arbeit aufgenommen hat, und das ist auch keine Frage des Wahlkampfes.

Lassen Sie mich an dieser Stelle jedoch auch erwähnen, dass die CDU nach wie vor der Auffassung ist, dass eine Mehrgliedrigkeit im Schulsystem gegeben sein muss und wir die Gymnasien in Schleswig-Holstein erhalten werden. Nicht alle Leistungsniveaus können und sollen gemeinsam unterrichtet werden, da dann die leistungsschwachen, aber vor allem die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler (wissenschaftliche erwiesen) zumeist das Nachsehen haben. Unser Unterricht muss auf die jeweiligen Potentiale ausgelegt sein. Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass im Vordergrund aller Zahlenspiele das schulische Wohl unserer Kinder stehen sollte. Und gerade deshalb müssen wir jetzt nach Verabschiedung des Schulgesetzes mit seinen vielfältigen Reformen Ruhe in die Schullandschaft bringen und uns auf die Inhalte konzentrieren.

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Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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