| Nr. 231/08

zu TOP 14: Unverändert gute Badewasserqualität in Schleswig-Holstein

Wesentliches Ziel der Badegewässerrichtlinie ist der Schutz der öffentlichen Gesundheit sowie der aquatischen Umwelt vor Verunreinigung.

Der Bericht der EU von Mai 2008 zur Qualität der Badegewässer zeigt auf, welche nach den hohen Anforderungen der EU-Richtlinie den einzelnen Kategorien entsprechend der Testergebnisse zugeordnet wurden.

Dabei gelten folgende Kategorien:

• Badegewässer, die die zwingenden Werte für alle fünf Parameter erfüllen,
• Badegewässer, die die strengeren Leitwerte für alle fünf Parameter erfüllen,
• Badegebiete, die die zwingenden Werte nicht erfüllen und
• Badegebiete mit Badeverbot während der gesamten Badesaison.

Von 1990 bis 2007 verdoppelte sich die Anzahl der ausgewiesenen Küstenbadegewässer von 6.165 auf 14.552, während sich die Zahl der ausgewiesenen Binnenbadegewässer von 1.374 auf 6.816 verfünffachte. Dieser Anstieg erklärt sich einerseits dadurch, dass die Mitgliedstaaten mehr Badegewässer meldten als bisher, andererseits aber auch dadurch, dass sich die Anzahl der Mitgliedstaaten der Europäische Union zwischen 1990 und 2007 verdoppelte.

Anfang Juni 2008 sorgten Zeitungsüberschriften in Schleswig-Holstein für Verwirrung und Verunsicherung. Während die einen vom „ungetrübten Badespaß im Norden“ sprachen, sahen die anderen „Badeseen voller Bakterien“ und „Das Land in der Kritik“.

Allgemein ist festzuhalten, dass der sehr hohe Standard der Badegewässer an den Küsten von Nord- und Ostsee sich auch im jüngsten Bericht der Europäischen Kommission zur Badesaison 2007 widerspiegelt. Dennoch kam es in der vergangenen Badesaison an einigen Seen und Flüssen des Binnenlandes in Schleswig-Holstein zu häufigeren Grenzwertüberschreitungen als in vergangenen Jahren. In den meisten Fällen handelte es sich ausschließlich um den Paramenter „Gesamtcoliforme Bakterien“.

Dies ist eine Bakteriengruppen, die sowohl natürlich in der Umwelt vorkommt als auch aus Fäkaleinträgen stammen kann. Eine Unterscheidung beider Quellen ist aber messtechnisch nicht möglich. Da die gesamtcoliformen Bakterien also nur unzureichende Informationen über eine fäkale Gewässerverunreinigung liefern, wurden sie mittlerweile in der neuen EU-Badegewässerrichtlinie ersetzt. Genauere Informationen über eine fäkale Belastung gibt der neue mikrobiologische Parameter der „Intestinalen Enterokokken“.

Der Grund für die hohe Vermehrungsrate von gesamtcoliformen Keimen im vergangenen Jahr ist nicht genau zu klären. In dem sehr warmen Frühjahr (April) gab es in der Vorsaison bereits höhere Wassertemperaturen als in den vergangenen Jahren. Damit herrschten beste Bedingungen für die Vermehrung von Keimen. So wurden im Jahr 2007 Grenzwertüberschreitungen bereits früher festgestellt als in den vorangegangenen Jahren. Im Folgenden führten Abschwemmungen oder überlaufende Kanalisationen nach stärkeren Regengüssen immer wieder zu Neueinträgen von Bakterien in die Gewässer.

Zu Beginn dieses Monats führte eine TV-Nachrichtensendung zu Irritationen. Im Hintergrund war eine Deutschlandkarte zu sehen, auf der Schleswig-Holstein besonders dadurch auffiel, dass im Bundesvergleich gehäuft rote Punkte eingezeichnet waren. Bisher wurde so verfahren, dass bereits eine Überschreitung der Grenz- und Richtwerte zu einer Rotmarkierung führte – diese Klassifizierung war ungeschickt. Inzwischen wurde eine andere Form der Darstellung gewählt: Eine einmalige Verschmutzung wird in den Karten nur noch gelb dargestellt.

Entscheidend für die Zukunft bleibt, dass die ungeeigneten gesamtcoliformen Keime in der neuen Richtlinie gestrichen wurden und stattdessen die Intestinalen Enterokokken untersucht werden. Somit ist eine Zuordnung fäkaler Keime präziser zu gewährleisten. Während es im vergangenen Jahr zu dieser Zeit noch 20 Grenzwertüberschreitungen gab, hat sich die Anzahl zu Saisonbeginn - bei 400 untersuchten Proben - auf lediglich 7 reduziert.

Für Schleswig-Holstein als „Land zwischen den Meeren“ und mit einem hohen Anteil an Binnengewässern ist eine hervorragende Gewässerqualität besonders wichtig, um den guten Ruf als Urlaubs- und Gesundheitsland nicht aufs Spiel zu setzen.

Erfreulich ist daher, dass die Gewässerqualität der norddeutschen Strände nach wie vor gut benotet wurde, während Badegewässer im Binnenland auch schon in der Vergangenheit Probleme hatten. Unterm Strich bleibt festzuhalten: Viel Lärm um wenig Neues.

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Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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