| Nr. 218/11

EHEC – Aufklärung statt Panikmache

Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist Redebeginn

Der gefährliche Darmkeim EHEC ist besorgniserregend, da er sich mit großer Geschwindigkeit ausbreitet und wir seine Quelle noch nicht kennen.

Die EHEC-Infektion wurde Anfang der achtziger Jahre in den Vereinigten Staaten als „Hamburger Disease“ bekannt und durch nicht ganz durchgebratene Hamburger ausgelöst.

Die Hohe Zahl schwerer Verläufe bei dem derzeitigen Ausbruch sei ungewöhnlich, auch die betroffenen Altersgruppen seien untypisch, heißt es beim Robert-Koch-Institut.

Im Jahr 2010 wurden 65 Fälle des hämolytisch-urämischen Syndroms gemeldet, wobei nur sechs Betroffene älter waren als 18 Jahre.

In der Vergangenheit lag die Ursache für solche Infektionen meistens im Verzehr von Fleisch- und Fleischprodukten von Wiederkäuern, da sich in deren Darm das Bakterium befinden kann.

Als aktuelle Infektionsquelle wurden zunächst auch Milchprodukte verdächtigt, was aber nicht der Fall zu sein scheint.

Es verdichtet sich die Annahme, dass diesmal ungewaschenes Gemüse der Grund für die Ansteckung sein könnte.

Einige Experten vermuten, dass der aggressive Erreger in vorportionierten Salatmischungen zu finden sei. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass diesmal ein vorwiegend anderer Personenkreis betroffen ist als in der Vergangenheit.

Sollte es sich herausstellen, dass des Rätsels Lösung in „Salatbars“ oder vorbereiteten Salatteilen liegt, könnte dieses ein Anzeichen eines neuen Lebensmittelskandals sein.

Wer kennt sie nicht, die verlockend angerichteten „Salatbars“ im Supermarkt oder die vorproportionierten Verpackungen deren sich Singles, berufstätige Frauen oder Hausfrauen, die in Eile sind oder aus praktischen Erwägungen heraus schnell noch einen Salat mitnehmen, und glauben, sich und der Familien damit etwas Gesundes zukommen zu lassen.

Mit unserem Dringlichkeitsantrag werden wir zwar zur schnelleren Aufklärung nichts beitragen können, daran arbeiten andere Kräfte mit Hochdruck.

Was uns aber am Herzen liegt, ist deutlich zu machen, dass die Landesregierung das Problem ernst nimmt und unterstützend dazu beitragen muss, Infektionsquellen zu vermeiden, Vorsorge zu treffen und eventuelles schuldhaftes Verhalten zu ahnden.

Dass wir es aktuell mit einem besonders aggressiven Erreger zu tun haben – 200 Verdachtsfälle allein im Norden innerhalb eines Monats – wird im Vergleich zu früheren Jahren deutlich. Bei zwei größeren Epidemien in den Jahren 1996 und 2002 waren jeweils etwa 30 Kinder betroffen.

Es bleibt zu wünschen, dass die Ursache schnell gefunden wird, damit die Ernährungswirtschaft keinen Ansehensverlust erleidet und das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher nicht verloren geht.

Trotz aller Bemühungen seitens der Politik sind Lebensmittelskandale nicht vollkommen auszuschließen.

Daher gilt unser Appell sowohl an Erzeuger und Händler als auch an Verbraucherinnen und Verbraucher, sich ihrer Eigenverantwortung bewusst zu sein, Hygienevorschriften einzuhalten und auch bei der Zubereitung von Speisen Sorgfalt walten zu lassen.

Eine sachliche Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher ist erforderlich. Weder Panikmache noch Gleichgültigkeit sind geeignet das Problem in den Griff zu bekommen.

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:


Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

http://www.cdu.ltsh.de

Pressemitteilungen filtern