Heike Franzen

Heike Franzen
Bildungspolitik

| Nr. 226/11

Die Fremdsprachenvermittlung hat sich insgesamt positiv entwickelt

Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist Redebeginn

Zunächst einmal möchte ich mich bedanken; bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ministeriums, die diese Große Anfrage beantwortet haben, und bei dem Antragsteller. Macht doch die Antwort deutlich, dass es eine positive Entwicklung der Fremdsprachenvermittlung in Schleswig-Holstein gibt.

Das Erlernen von Fremdsprachen hat für die Entwicklung von Gesellschaften und deren Zusammenleben in der vergangenen Zeit weiter an Bedeutung zugenommen und wird auch weiterhin an Bedeutung gewinnen, das ist für uns alle nichts Neues. Die Antworten in der Anfrage machen das deutlich und sie zeigen auch, dass sich die CDU-geführte Landesregierung in den vergangenen Jahren der Herausforderung Fremdsprachen vermehrt - und vor allen Dingen auch - früher zu vermitteln angenommen hat.

In den Kindertagesstätten ist die Entwicklung der Fremdsprachenbegegnung erfreulich gestiegen. Waren es vor ein paar Jahren noch eine Hand voll Kitas, die sich diesem Thema gewidmet haben, kann man der Anfrage entnehmen, dass das Ministerium 47 Kindertagesstätten ermittelt hat. Und wer einmal auf die Internetseiten des Vereins für Mehrsprachigkeit in Kindertagesstätten und Schulen schaut, der wird feststellen, dass dort noch weit mehr Kindertagesstätten benannt sind, die Fremdsprachenbegegnungen anbieten.

Und auch in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sind methodisch-didaktische Konzepte zur Fremdsprachenvermittlung enthalten.
Wir sollten allerdings auch darauf achten, dass die Fremdsprachenvermittlung nach der Kindergartenzeit nicht abreißt. Daher halte ich zwei Dinge für wichtig:

1. Wir sollten einen Schwerpunkt auf die englische Sprache legen, die immer noch die Weltsprache ist und die auch im Anschluss in den Grundschulen weiter vermittelt wird.

2. Wir müssen uns nach wie vor um die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in weiterführende Schule kümmern, um hier Brüche zu vermeiden.

Ein wirklicher Erfolg der CDU-geführten Landesregierung ist die Entwicklung der Zahlen der Schülerinnen und Schüler, die am Englischunterricht in der Grundschule teilgenommen haben. Im Schuljahr 2005/06 waren es 35.551 Schülerinnen und Schüler, damals war die Teilnahme noch freiwillig. Mit der Einführung des flächendeckenden Englischunterrichtes an den Grundschulen 2006 stiegen die Zahlen für die 3. und 4. Klassen auf 52. 775 an und blieben kontinuierlich in dieser Höhe. Inzwischen werden auch Angebote ab der 1. Klasse gemacht. Nach wie vor werden die umfangreichen Weiterbildungsangebote des IQSH für den Englischunterricht in der Grundschule von Lehrkräften genutzt. Darüber hinaus gab es an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen Arbeitsgemeinschaften für Französisch und Dänisch. Und fünf Grundschulen bieten sogar bilingualen Unterricht an.

Für den Bereich der Sekundarstufe I beziehen sich viele der Fragen auf den Umfang des gegebenen Unterrichtes, der sich auch aus den Stundentafeln hätte ableiten lassen können, daher möchte ich mich hier auf einige wenige Punkte beschränken. Im Vergleich der Bundesländer, den das IQB erstmalig in einer Untersuchung vorgenommen hat, liegt Schleswig-Holstein sowohl im Vergleich aller Schularten als auch bei Gymnasien am Mittelwert. Lediglich Bayern und Baden-Württemberg weichen nach oben ab, während zehn weitere Länder nach unten abweichen. In der Sekundarstufe I haben wir einen größeren Anspruch an das Vorhandensein von weiteren Fremdsprachen wie Französisch, Latein, Spanisch, Russisch, Italienisch, Griechisch, aber auch auf Grund unserer Lage an Dänisch und Friesisch.

Gerade beim Fach Französisch haben wir allerdings das Problem, dass an der Universität in Flensburg für den nicht gymnasialen Bereich keine Französischlehrkräfte ausgebildet werden. Meine Fraktion begrüßt daher die Bemühungen des Wissenschaftsministers Jost de Jager mit der Neuordnung der Lehrerausbildung an der Uni Flensburg, auch für eine Ausbildung von Französischlehrern zu sorgen. Wir brauchen diese Lehrkräfte, um den Französischunterricht an den Regional- und Gemeinschaftsschulen sicherstellen zu können und damit den Zugang zur Oberstufe. Erfreulich ist auch, dass von den 99 Gymnasien nunmehr 20 ein bilinguales Angebot machen.

Zum Bereich der Beruflichen Schulen und der Situation an den Hochschulen unseres Landes machen die Antworten deutlich, dass sich auch hier eine insgesamt positive Entwicklung feststellen lässt. Man kann nur jeden jungen Studienanfänger zu einem Sprachenstudium ermuntern. Der Bedarf an Lehrkräften für Spanisch, Französisch, Latein, Dänisch und auch für Friesisch kann nicht gedeckt werden. Somit besteht für Lehramtsanwärter mit diesen Fächern eine gute Chance, in den Schuldienst aufgenommen zu werden.

Man könnte noch vieles zu dieser Großen Anfrage sagen. Ich möchte zum Schluss noch die Leistungen der Volkshochschulen im Bereich der Weiterbildung erwähnen. 25 verschiedene Sprachen habe ich gezählt, die die Volkshochschulen in unserem Land anbieten. Darunter, neben den klassischen Sprachen, Sprachen wie Arabisch, Deutsch für Deutsche, Finnisch oder Serbokroatisch. Sie sind damit einer der wichtigsten Partner in der Fremdsprachenvermittlung in der Erwachsenenbildung.

Zur abschließenden Beratung beantrage ich für die CDU-Fraktion die Überweisung der Großen Anfrage in den Bildungsausschuss.

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Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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