| Nr. 035/09

zu TOP 40: Gymnasien durch Ausbau der Mittagsbetreuung weiter stärken!

Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist Redebeginn

Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Klug, wir sind doch gar nicht so weit voneinander entfernt:
Nicht nur Sie, sondern auch die Regierungskoalition hat sich zum Ziel gesetzt, die Gymnasien und deren Personal-, Sach- und Fachmittelausstattung in unserem Land zu stärken und auszubauen.
Dass sich darüber hinaus die Unionsfraktion unseren Gymnasien in besonderer Art und Weise verpflichtet fühlt, ist in diesem Hause kein Geheimnis.
Wir haben und werden uns daher im Zuge der Schulreform bis heute und auch in Zukunft dafür einsetzen, vor allem die Qualität des Abiturs durch Einführung des flächendeckenden „G-8-Modells“ zu verbessern und unseren Schülerinnen und Schülern durch die Profiloberstufe eine breitere Allgemeinbildung und Studierfähigkeit im internationalen Vergleich an die Hand zu geben.

Sehr geehrte Frau Ministerin, ich stimme daher Ihrer in diesem Plenum vor einem guten halben Jahr getroffenen Einschätzung vollumfänglich zu, dass „dort, wo es in Schleswig-Holstein G8 gibt, sich heute erkennen lässt, dass dieser Weg zu guten Ergebnissen führt und dass es nicht automatisch eine Überlastung von Schülerinnen und Schülern hervorruft.“

Wir waren uns auch in den jüngsten Plenardebatten im Rahmen der „G8-Debatte“ einig, dass aufgrund der Schulzeitverkürzung Nachmittagsunterricht und eine besondere Betreuung, die sich in den Schulalltag einfügt, unumgänglich wird.
Langfristig müssen daher für alle Gymnasien die Rahmenbedingungen geschaffen werden, den Weg zur echten „gebundenen“ Ganztagsschule zu gehen. Weit über die Hälfte der Gymnasien bieten bereits Ganztagsangebote an – ein hoher Anteil im Vergleich zu anderen Schularten. Die Regierungskoalition erkennt daher erhebliche Fortschritte und Innovationen an unseren Gymnasien. Wir werden eine Mittagsbetreuung im Rahmen einer belastungs- und qualitätsgerechten Ausgestaltung des verkürzten gymnasialen Bildungsganges einführen.

Insofern begrüße ich es, sehr geehrter Herr Kollege Dr. Klug, dass Sie genau an dieser Stelle den Finger in die Wunde gelegt haben. Vor gut zwei Wochen hat die Ministerin im Bildungsausschuss klar gestellt, dass Haushaltsmittel im Rahmen des Doppelhaushalts 2009/10 bereitgestellt werden, um beginnend mit dem nächsten Schuljahr für die aufwachsenden G8-Jahrjänge eine Betreuung in der Mittagszeit zu gewährleisten. Wir gehen davon aus, dass im Rahmen von G8 an zwei Tagen Nachmittagsunterricht stattfindet und je eine Zeitstunde Mittagsbetreuung finanziert werden muss. Dass die Mittagsbetreuung mit 350 € pro Betreuungsstunde und Lerngruppe gefördert wird, ist eine deutliches Signal, die schon vom Bund und Land angeschobenen Fördermaßnahmen fortzuschreiben.

Ich denke da nur an das „Investitionsprogramm Zukunft, Bildung und Betreuung“ (IZBB) des Bundes, bei dem Vorhaben an 17 Gymnasien im Land mit insgesamt rund 16 Millionen Euro gefördert worden sind und an das Landesprogramm „Investitionen an Ganztagsschulen“, bei dem Vorhaben an Gymnasien mit rund 1,7 Millionen Euro unterstützt worden sind.

Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Klug, Sie wissen, dass ich Ihren Einsatz für die bildungspolitischen Belange in unserem Heimatland sehr wohl zu würdigen weiß.
Gleichwohl halte ich Ihr Ansinnen zu diesem Zeitpunkt für verfehlt, nachträglich Förderungsbedarfe im Haushaltseinzelplan festschreiben zu wollen – so sehr ich Ihren Einsatz für die Gymnasien auch schätze. Gerade die Unionsfraktion hat in den abgeschlossenen Haushaltsverhandlungen den erhöhten Förder- und Zuwendungsbedarf an den Gymnasien gesehen und praktisch umgesetzt.

Auf unser Bestreben hin sind zu den im Regierungsentwurf eingeplanten 150 Stellen für die Jahre 2009 und 2010 nochmals 100 Lehrerstellen zusätzlich an den Gymnasien zum kommenden Schuljahr geschaffen worden! Dass gerade wir für eine adäquate Lehrerversorgung an den überquellenden Gymnasien im Rahmen der Verhandlungen zum Doppelhaushalt kämpfen, hatte Ihnen meine Kollegin Susanne Herold bereits im Februar 2008 hier im Plenum zugesagt. Wir haben Wort gehalten.

Ich bin Ihnen, sehr geehrte Frau Ministerin, sehr dankbar, dass Sie überdies hier im Plenum im letzten Jahr im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des G8-Bildungsganges unseren Schulen im Land Flexibilität und Selbständigkeit zugesichert haben. Daher schlage ich vor, dass mitunter auch die zusätzlich einzustellenden Lehrkräfte dazu beitragen können, den sich verändernden (Ganztags-)Schulalltag zu bewältigen.

Lassen Sie mich abschließend auf das Erfolgsmodell der Klaus-Groth-Schule in Neumünster hinweisen, das beweist, dass unser G8-Modell nur Erfolg haben kann, wenn Schüler, Lehrer und Familien vereint mit anpacken und sich gemeinsam auf neue Lern- und Arbeitsbedingungen einstellen. Die Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Gehen Sie sorgfältig und beharrlich gemeinsam mit uns den Weg zum Ausbau der Ganztagsbetreuung an unseren Schulen!

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:


Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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