| Nr. 259/08

zu TOP 35: Nahrungsmittelproduktion muss Vorrang haben

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Es gilt das gesprochene Wort

Vor nicht allzu langer Zeit war nicht die Mehrproduktion ein Thema, sondern Flächenstilllegung und Überproduktion mit vollen Lägern. Das Bild hat sich vollständig gewandelt. Jede Fläche wird wieder in die Bewirtschaftung genommen, die Läger sind leer und die Nachfrage ist höher als das Angebot.
In den letzten 7 Jahren wurde 5 Jahre mehr Getreide verbraucht als erzeugt.
Weltweit hungern über 860 Millionen Menschen. Dennoch leisten wir uns den Anbau von Energiepflanzen und hoffen, damit sich die Abhängigkeit bei der Energieversorgung verringert.

Parallel dazu werden in der Europäischen Union Regeln umgesetzt, die künftig noch mehr Fläche für den Energiepflanzenanbau in Anspruch nehmen. Der Beimischungszwang von Biokraftstoffen in Benzin und Diesel ist auf den Flächen in der Europäischen Union nicht zu verwirklichen. Die Folge wird sein, dass erhebliche Mengen Biokraftstoffe aus Drittländern importiert werden müssen. Möglicherweise ist dies Anreiz, Urwälder abzuholzen, um Flächen für den Anbau von Biokraftstoffen freizumachen. Das kann nicht Sinn und Zweck unserer Energiepolitik sein!

Es muss daher geprüft werden, ob unsere ehrgeizigen Ziele verantwortungsvoll umzusetzen sind, und die Fördermechanismen richtig sind.

Auch ein anderer in der Kritik stehender Bereich ist zu prüfen. Das ist die Gentechnik. Nach Aussage von Fachleuten ist die Gentechnik, die weltweit Anwendung findet, nicht mehr zu stoppen. Es stellt sich sehr wohl die Frage, ob nachwachsende Rohstoffe mit Unterstützung der Gentechnik ertragreicher werden und insbesondere in klimatisch benachteiligten Gebieten eine Zukunft haben.

Nach Auskunft der Fachleute, ich meine hier keine Politiker, die sich ein wenig angeeignet haben, werden in vielen Regionen der Welt weder Nahrungs- noch Energiepflanzen in ausreichenden Mengen angebaut werden können, wenn es nicht gelingt, mit modernen Techniken die Ernten deutlich zu steigern.
Wir haben heute schon eine Eiweißlücke, weil Importe überwiegend gentechnisch verändert sind.

Es wird immer wieder gerne verdrängt, dass die Weltbevölkerung jedes Jahr um weitere 80 Millionen Menschen ansteigt. Zugleich müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass der Klimawandel voranschreitet und die Wüsten der Erde sich immer weiter ausbreiten. Schon vor vielen Jahren ist die Trinkwasser-Knappheit ein Problem gewesen, das sich weiter verschärft.

In dieser Gemengelage darf es daher nicht verwundern, dass unsere Lebensmittel weltweit reißenden Absatz finden und dadurch die damit verbundene relative Verknappung bei uns die Lebensmittelpreise deutlich ansteigen.

Hinzu kommt der Anstieg der Energiepreise, der sich auch auf die Lebensmittelpreise niederschlägt. Dies ist für Europa, und hier für Verbraucherinnen wie für Verbraucher, ebenso wie für die Landwirtschaft, eine völlig neue Situation. Der Konkurrenzdruck um die Fläche, Energie- oder Lebensmittelpflanzenanbau hat zu weiteren Verteuerungen geführt. Dies ist ablesbar an den Flächen- und insbesondere den Pachtpreisen. Und auch dies sind Faktoren, die zu einer Verteuerung und zu Verwerfungen unter den verschiedenen Produktionsrichtungen führen.

- Wir wollen uns von Energieimporten unabhängiger machen,
- wir wollen die Preise für Lebensmittel begrenzen und
- wir wollen unserer ethischen Aufgabe nachkommen, den Hunger in der Welt zu bekämpfen.
- Aber wir wollen zugleich den Raubbau in den Urwäldern beenden und den Klimawandel bekämpfen.

Im Mittelpunkt dieser Überlegungen steht die Landwirtschaft, der ich deshalb eine hervorragende Zukunft vorhersage.

Schon in der Vergangenheit hat die Politik durch eine entsprechende Förderung politische Ziele verfolgt und damit in der Landwirtschaft Weichen gestellt.

Wir sagen, die Nahrungsmittelproduktion muss Vorrang vor anderen Flächennutzungen haben.

Und wir sagen auch, die Markt- und Preispolitik muss Vorrang vor staatlichen Eingriff haben.

Es stellt sich also die Frage, wie ist dies alles unter einen Hut zu bringen!
Die steuerliche Begünstigung von Biokraftstoffen wird staatlich geregelt, die Beimischung von der Europäischen Union verordnet.

Verschiedene Faktoren haben zu dieser Entwicklung geführt.

1. Bedingt durch die Wohlstandsentwicklung in Südostasien mit rund 2,5 Milliarden Menschen und Wachstumsraten von über 10 % sind deutliche Veränderungen eingetreten, die zu einer starken Nachfrage geführt haben.

2. Der Klimawandel hat zu größeren Wetterextremen geführt, die bis zum Totalausfall der Ernten beigetragen haben.

3. Die von mir ausgeführte Flächenkonkurrenz durch Biomasse hat in Nord- und Süd-Amerika eine wesentlich größere Bedeutung als bei uns in Europa.

4. Eine größere Nachfrage nach Lebensmitteln ist auch in den so genannten Schwellenländern festzustellen.

5. Wasser ist der begrenzende Faktor in der landwirtschaftlichen Produktion

Insgesamt betrachtet müssen wir feststellen, dass wir jetzt noch die Möglichkeit haben, die Weichen richtig zu stellen, um allen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Flächenkonkurrenz muss sich bei uns nicht zu einem ernsthaften Problem auswachsen. Wir können die Dinge in die Hand nehmen und gegensteuern. Die Menschen bei uns wie auch in anderen Regionen der Welt stellen zu Recht an uns Ansprüche.
Wir dürfen sie nicht enttäuschen!

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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