Katja Rathje-Hoffmann

Katja Rathje-Hoffmann
St. Fraktionsvorsitzende, Sozialpolitische Sprecherin, Frauen und Gleichstellung, Pflege, Kindertagesstätten

Gesundheitsberufe | | Nr. 413/18

(TOP 6, 27 und 38) Image der Pflegeberufe stärken

Es gilt das gesprochene Wort

Sperrfrist Redebeginn

Jede und Jeder weiß es – Pflegefachkräfte aus dem Bereich der Kliniken und der Pflegeeinrichtungen sind hier bei uns rar gesät. Händeringend suchen beinahe alle Beteiligten nach Fachkräften aus der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege.

Mit der Zusammenlegung der Pflegeberufe im Jahr 2020, zu einer gemeinsamen Berufsausbildung, erhoffen wir uns mehr Attraktivität und Beliebtheit für diesen Beruf. In Schleswig-Holstein ist der Weg dazu schon begonnen worden, denn die Ausbildung in den Pflegeberufen ist schon seit einiger Zeit schulgeldfrei gestellt.

Und die Kapazität in den Ausbildungsberufen der Pflege wird jedes Jahr aufgestockt. Das ist eine gute Entwicklung und hier sind wir auf dem richtigen Weg.

Auf einem guten Weg sind wir auch mit der heutigen 2. Lesung des Ausführungsgesetzes zur Pflegeberufereform. Dieses Gesetz macht den Weg frei für die notwendige Umsetzung der Pflegeberufereform in den Ländern.

Wir wollen uns aber nicht darauf ausruhen, dass der Bundesgesetzgeber Maßnahmen schafft, die eine Attraktivität erhöht. Wir haben die Chance für Schleswig-Holstein unmittelbar etwas zu ändern. Wir merken, dass es immer schwieriger wird, junge Menschen zu Beginn ihrer beruflichen Orientierung für diese Berufe zu begeistern und zu gewinnen.

Die Pflegeberufe leiden offenkundig unter einem immer noch schlechten Berufsimage – teilweise zu Unrecht!

Deswegen wollen wir, die Jamaika-Koalition, hier entschieden etwas gegen diesen derzeit noch nicht optimalen Ruf in der Branche tun. Wir planen deswegen im kommenden Jahr eine groß angelegte Image-Kampagne vorzubereiten, die sich dann 2020 mit dem Inkrafttreten der Pflegeberufereform um die Attraktivität und die Außendarstellung dieses Berufszweiges kümmert.

Mit einem werbetechnisch ausgeklügeltem Konzept wollen wir, und die weiteren Beteiligten darauf abzielen, dass wir das Image der Pflegeberufe signifikant steigern. Dieser Berufszweig steht bislang leider noch nicht im „Verdacht“, dass er besonders „HIPP“ ist. Weder bei den Schülerinnen und Schülern, noch bei den dazugehörigen Eltern.

Gemeinsam mit den beteiligten Akteuren, wie der Pflegekammer, dem Land, den Gewerkschaften und Verbänden, den Unternehmen und weiteren Beteiligten wollen wir Strategien entwickeln, wie und mit welchen Maßnahmen wir eine breite Akzeptanz und Perspektive für die Pflegeberufen schaffen können.

Sicher sind wir nicht die ersten, die sich über eine Image-Kampagne für die Pflegeberufe ernste Gedanken machen. In Bayern und auch in anderen Bundesländern läuft so etwas bereits mit Erfolg. Unter der Bezeichnung „Herzwerker.de“ gibt es so etwas schon und auch das DRK hat hier Hervorragendes geleistet.

Vieles ist denkbar – von der Busreklame bis hin zum professionellen Werbespot für unterschiedliche Medien – unter der aktiven Einbeziehung der jungen Menschen und natürlich den Fachleuten und Praktikern.

Im kommenden Jahr soll dieses Konzept gründlich vorbereitet und konzipiert werden. Mit dem Ziel, möglichst viele junge Leute und deren Eltern für diesen schönen Beruf zu begeistern.

Anreize und positive Seiten müssen deutlich aufgezeigt und herausgestellt werden. Hemmnisse müssen abgebaut werden. Denken wir hier an das Schulgeld. Und genau das gehört nun auch bei den Gesundheitsfachberufen in Schleswig-Holstein endlich der Vergangenheit an.

Ab 1. Januar 2019 gibt es die Schulgeldfreiheit für Auszubildende der Logopädie, der Physiotherapie und der Ergotherapie an staatlich anerkannten Schulen der Gesundheitsberufe, die nicht mit einem Krankenhaus verbunden sind.

Zudem wurden die Krankenhäuser aufgefordert, bei den laufenden Budgetverhandlungen sicherzustellen, dass auch die, mit einem Krankenhaus verbundenen Schulen zu 1.1. 2019 schulgeldfrei gestellt werden.

Hier müssen alle profitieren und ich kann an dieser Stelle nur noch einmal appellieren und dazu ermutigen – Es ist ein richtiger Schritt!

Wir haben in eindrucksvoller Weise erleben dürfen, wie Auszubildende vor einem Monat gezeigt haben, dass es Ihnen ernst ist mit ihrer Forderung. Und ich kann Ihnen sagen: Wir haben es ernst genommen!

Nur noch annähernd die Hälfte aller Ausbildungsplätze aus diesem Bereich können besetzt werden. Bislang immer mit der Verpflichtung, monatlich 400,- Euro für drei Ausbildungsjahre zu entrichten. Es ist simpel zu verstehen, dass junge Menschen trotz Interesses an diesen Berufen es vorzogen, etwas anderes zu erlernen, wo kein Schulgeld zu zahlen ist.

Eine paradoxe Situation – Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten müssen für Ihre eigene Ausbildung zahlen und Studierende der Medizin jedoch nicht. Und das haben wir nun gemeinsam geändert. zum Wohle der Gesundheit von Frau oder Mann, Jung oder Alt, Groß oder Klein.

Für alle.

Herzlichen Dank!

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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