Tobias Loose

Tobias Loose
Bildung, Jugend, Kirche

Bildung | | Nr. 301/18

(TOP 4) Lehrerausbildung muss unterschiedliche pädagogische Konzepte widerspiegeln

Es gilt das gesprochene Wort

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Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, uns eint das gemeinsame Ziel, dass wir die bestmögliche Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für Schleswig-Holstein sicherstellen.

Gerade in der letzten Legislaturperiode wurde darüber überaus kontrovers diskutiert. Das Lehrkräftebildungsgesetz, dass wir heute in erster Lesung behandeln, ist das Ergebnis von intensiven Verhandlungen im Rahmen der Koalitionsverhandlungen der Jamaika-Koalition. Es ist uns gelungen, Positionen, die weit auseinanderlagen, in einem Gesetz zusammenzuführen, das zum einen der Schullandschaft der weiterführenden Schulen in Schleswig-Holstein gerecht wird und zum andern – wahrscheinlich genauso wichtig aus landespolitischer Sicht – den beiden großen Universitäten in der Lehrerausbildung in ihrem jeweiligen Profilen gerecht werden. Ich will jetzt schon einmal der Landesregierung für die Erarbeitung dieses Entwurfs danken.

Die Jamaika-Koalition steht zu dem zweigliedrigen Schulsystem und wir stehen zu unseren Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Daran wollen und werden wir nicht rütteln. Und deshalb ist es nur folgerichtig, dass dieser Gesetzentwurf vorsieht, dass es in Zukunft ein Lehramt an Gymnasien und ein Lehramt an Gemeinschaftsschulen geben wird. Beide Schularten haben unterschiedliche pädagogische Konzepte und es ist richtig, dass sich dies auch in der Lehrerausbildung widerspiegelt.

Dass dieses Vorgehen sinnvoll ist, wird auch dadurch unterstrichen, dass sowohl die Christian-Albrechts-Universität in Kiel als auch die Europa-Universität in Flensburg diesen Gesetzentwurf unterstützen.

Beide Universitäten können ihre Stärken mit dem neuen Gesetz unterstreichen. Die CAU ist mit der stark fachwissenschaftlichen Ausrichtung der Universität für das klassische Lehramt am Gymnasium prädestiniert. Die EUF ist stärker didaktisch und pädagogisch in der Lehrerausbildung ausgerichtet und damit die beste Universität für die Ausbildung des Lehramtes an Gemeinschaftsschulen. Diese Schwerpunkte weiterzuentwickeln unterstreichen wir mit diesem Gesetz. Daneben sei auch darauf hingewiesen, dass wir die Vergleichbarkeit mit anderen Bundesländern wiederherstellen und unsere Sonderrolle aufheben.

Das ist insbesondere auch wichtig, um Studierende für ein Studium in Schleswig-Holstein zu gewinnen. Und das muss unser erstes Ziel sein.

Wir müssen viele, aber auch gute und motivierte junge Menschen für den Lehrerberuf begeistern. Da gibt es, wie Sie wissen, auch noch weitere andere Maßnahmen, die wir ergreifen. Dabei möchte ich noch einmal das Engagement der schleswig-holsteinischen Hochschulen hervorheben.

Und mein Eindruck ist, dass gerade die gemeinsame Entwicklung der Lehrämter in Schleswig-Holstein durch alle Hochschulen eine wichtige Grundlage ist, um aufkommende Herausforderungen – allen voran der Lehrermangel – vorbereitet zu sein.

Und es ist gut, wenn wir uns auch mit anderen Maßnahmen auf den drohenden Lehrermangel vorbereiten. Deshalb ist es vorrausschauend, dass der Gesetzentwurf auch vorsieht, zukünftig den Direkteinstieg für alle Lehrämter zu öffnen. Selbstverständlich wünschen wir uns nicht, dass der Direkteinstieg der Regeleinstieg in den Lehrerberuf wird. Allerdings müssen wir uns neue Modelle überlegen, wie wir Lehrkräfte für Schleswig-Holstein gewinnen können. Und da ist dieser Weg – die Ministerin hat es gesagt - eine Möglichkeit, flexibler auf Mangelsituation zu reagieren. Und allein darum geht es.

Noch einmal: Wir finden, dass wir mit diesem Gesetzentwurf einen Kompromiss gefunden haben, der sowohl der Schullandschaft als auch der Hochschullandschaft bei diesem kontroversen Thema der letzten Legislaturperiode gerecht wird. Und ein wichtiger Beitrag ist, unserem zweigliedrigen Schulsystem in der Lehrerausbildung gerecht zu werden und damit Kontinuität in der Bildungspolitik zu festigen.

Ich würde mir wünschen, dass wir in diesem Geist den Beratungsprozess dieses Gesetzes im Bildungsausschuss begleiten und ich bin gespannt auf den Austausch mit allen Beteiligten.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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