Barbara Ostmeier

Barbara Ostmeier
Integrationspolitik

Sport | | Nr. 318/17

(TOP 30) Sportentwicklungsplanung ist eine Querschnittsaufgabe

Es gilt das gesprochene Wort

Sperrfrist Redebeginn

Mit dem heutigen Antrag möchten wir die Landesregierung bitten, eine wissenschaftlich begleitete Sportentwicklungsplanung für das Land Schleswig-Holstein unter Einbeziehung von Breiten-, Freizeit und Trendsportarten sowie Leistungs- und Spitzensport durchzuführen.

Es freut mich, dass die Jamaika – Koalition mit dem heutigen Schritt deutlich macht, dass Sportentwicklung, Sportstättensanierung und die Unterstützung des Ehrenamts die zentralen Herausforderungen nicht nur für den organisierten Sport und unsere Kommunen, sondern auch für das Land sind.

Von insgesamt 3500 öffentlichen bzw. nicht kommerziellen gemeldeten Sportstätten und Schwimmbädern liegen etwa 2500 in Kommunaler Trägerschaft auch ein Ergebnis unserer Großen Anfrage. Hierbei Unterstützung und Hilfestellung zu leisten, fällt eben nicht allein in die Zuständigkeit des Landessportverbands. Das ist Aufgabe des Landes und macht deutlich, wie wichtig unser Zusammenspiel ist. Auch die Landesverfassung gibt uns die Förderung des Sports als Staatsziel auf.

Für mich ist der heutige Antrag ein Meilenstein in der Sportpolitik, Ausdruck von Wertschätzung des Sports und Anerkennung in seiner Funktion als Querschnittsaufgabe. Bei der Bewältigung des demographischen Wandels ist im organisierten Sport insbesondere das ehrenamtliche Engagement gefordert. Über 90 Prozent der im Sport tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun dies ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Sportentwicklungsplanung ist eine Investition in die Zukunft! In unseren Vereinen und Fachverbänden sind neben rund 514.000 Erwachsenen auch 280.000 Kinder und Jugendliche engagiert. Diesen sporttreibenden Jugendlichen gilt es eine Perspektive zu bieten!

Die Entscheidungsträger in den Sportvereinen und Fachverbänden werden künftig mit immer komplexeren Aufgaben konfrontiert. Dafür setzen auch wir im Parlament die Rahmenbedingungen. Der bereits festgestellte Abbau des Sanierungsstaus bei kommunalen und vereinseigenen Sportstätten ist dabei ein erster bedeutender Schritt. Auch da werden wir endlich das Erforderliche tun! Damit allein ist es nicht getan.

Der Demografische Wandel und begrenzte Haushalts- und Personalressourcen ebenso wie sich ändernde Bedürfnisse der Sportreibenden stellen weitere Anforderungen an Ausstattung, Auslastung und Erreichbarkeit der Sporträume und machen gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein den inzwischen überregionalen Planungsbedarf deutlich.

Der Trend zu Rehabilitationssport und Individualsportarten ist ebenso zu betrachten wie der Bedarf an Sportanlagen, die den Wettkampf- und Spielbetrieb möglichst vieler Disziplinen und Mannschaftssportarten in der Fläche sicherstellen - auch über die klassischen Verwaltungsgrenzen hinweg. Aber auch im Schulsport müssen erreichbare Angebote möglich sein. Wir müssen und wir wollen als Land deutlich mehr tun!

Sportentwicklungsplanung ist eine Querschnittsaufgabe über fast alle Ressorts, denn wir als Gesetzgeber setzen die Rahmenbedingungen. Schulgesetz, Landesmindestlohn, Gesundheitsversorgung, Inklusion, Integration: Sportentwicklungsplanung ist längst auch eine Frage der Daseinsvorsorgeplanung geworden, denn längst sind die Vereine mit ihren vielfältigen Angeboten in Aufgabenbereiche hineingewachsen, die früher allein solche der öffentlichen Hand waren.

Wir brauchen ein gemeinsames Konzept, wollen gemeinsam mit allen Beteiligten Ziele definieren, nicht politisch und schon gar nicht parteipolitisch, weil der Sport und die Bürger in ihrer Breite und in ihrer Fachlichkeit diesen Plan mit erarbeiten werden. Wir anerkennen ausdrücklich die Autonomie des Sports ebenso wie das Recht auf Kommunale Selbstverwaltung. Wir stehen doch hier nicht in einem Konkurrenzverhältnis!

Und es geht nicht um den Wettstreit der besseren Ergebnisse. Vielmehr geht es darum, in Zeiten knapper Ressourcen bereits bestehende Erkenntnisse zusammenzuführen und gegebenenfalls zu ergänzen. Wir wollen uns als Land unserer Mitverantwortung stellen, uns beteiligen, nicht allein bestimmen. Darum geht es. Wenn wir gute Rahmenbedingungen schaffen, werden wir das Beste für den Sport in Schleswig-Holstein erreichen.

Wir werden insbesondere dem organisierten Sport die Freiheit und die Möglichkeiten geben, sich selbst gut organisieren zu können. Außerdem schaffen wir mit einem gemeinsamen Plan Verlässlichkeit. Das ist das, was unsere Ehrenamtler motiviert und Einsatzbereitschaft fördert. Das ist es, was uns auch die Landesverfassung aufgibt. Im Sinne des Sports würde ich mich über eine faire Debatte und eine breite Unterstützung aller Kolleginnen und Kollegen freuen.

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Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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