Drogen | | Nr. 110/18

(TOP 29) Vorurteilsfreie Aufklärung erforderlich

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin,
liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete!

Wofür steht eigentlich der Begriff Drogen?

Drogen bezeichnen rauscherzeugende Substanzen. Substanzen, die im zentralen Nervensystem eine bewusstseins- und wahrnehmungsverändernde Wirkung hervorrufen können. Drogen können schädliche Folgen bis hin zur Sucht und zum Tod haben. Um auf solche Schäden und Wirkungen hinzuweisen, gibt es Präventionsprojekte, die gerade junge Menschen über die Gefahren aufklären.

Um so einen Verein handelt es sich auch bei dem „Partyprojekt Odyssee e.V.“ aus Kiel. Dieser Verein ist massiv in die Schlagzeilen geraten, weil er genau diese Beratungen gibt. Es wurde in den Medien über eine Präventionsaktion an der Grund- und Gemeinschaftsschule am Eiderwald in Flintbek berichtet, in der der Verein an mehreren Tagen in den neunten und zehnten Klassen der Schule zu Gast war und über Partydrogen Aufklärung betrieben hat. Und es wurde derart negativ berichtet, dass der Schulleiter Anlass sah, eine gesonderte Stellungnahme abzugeben, die ganz und gar nicht das Bild der ersten Presseberichte widerspiegelt.

Es heißt dort, dass in der Schule am Eiderwald eine pädagogisch aufbereitete, zielgruppenorientierte, gewertete Drogenaufklärung betrieben wurde. Und weiter heißt es, alle Lehrkräfte der Sekundarstufe sowie der Schulleitung wurden im Vorfeld der Maßnahme von dem verantwortlichen Referenten über die Inhalte und den Ablauf des Unterrichts informiert. Der Rektor führt abschließend aus, dass er, mit einer Ausnahme, die sich möglicherweise an die Kieler Nachrichten gewandt hat, keine Nachfrage oder kritische Rückmeldung von betroffenen Schülerinnen und Schülern, Eltern oder von den Lehrkräften erhalten habe.

Sogar im Gegenteil: Er erhielt Zuspruch, genau so, wie der Verein selbst auch. Denn auch das Gästebuch schreibt eine andere Geschichte.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, eine vorurteilsfreie Aufklärung über die tatsächlichen Geschehnisse halten wir für wichtig, um auch die wichtige Arbeit an den Schulen nicht zu gefährden. Diese Aufklärung hat unser Gesundheitsminister gegeben.

Speziell das „Partyprojekt Odyssee“, das seit 2013 vom Land finanziell gefördert wird, bietet in seinem Schulungsspektrum diese umfangreiche Information.

Es geht hier im Wesentlichen darum:

1. Die Reflexion zum Thema Drogen bei jungen Menschen anzuregen.

2. Die mit dem Konsum von illegalen, aber auch legalen Substanzen verbundenen Risiken und Auswirkungen bewusst zu machen.

3. Ein offener und vorurteilsfreier Umgang mit der Thematik Drogen, und zwar in seiner gesamten Bandbreite.

4. Keine Stigmatisierung der Konsumenten.

5. Überdosierungen zu verhindern, sprich Aufklärung über den „richtigen“ Konsum von Drogen. Auch das gehört zur Wahrheit dazu.

Liebe Kollegin und Kollegen der AfD, Sie führen in Ihrer Begründung zu Ihrem Antrag aus, das „Partyprojekt Odyssee“ verharmlose Drogen und wäre daher bei Eltern sowie Schülerinnen und Schülern auf heftige Kritik gestoßen. Sie führen dazu weiter sinngemäß aus, dass unter den Tipps, Aussagen getroffen wurden, wie „Nimm keine Drogen, wenn du schlecht drauf bist oder du Angst davor hast“.

Dazu kann ich nur sagen, wer lesen kann, ist klar im Vorteil und wer Zusammenhänge verstehen kann auch:

Betrachtet man sich die Homepage des Vereins dann stellt man fest, dass es sich hierbei um sogenannte Safer Use Regeln handelt. Safer Use beschreibt die Anwendung von Regeln für einen weniger riskanten Umgang mit Drogen. Die Safer Use Informationen dienen also dazu, die Risiken des Konsums, wenn also schon konsumiert wird, zu minimieren.

Risikofreien Konsum von Drogen gibt es nicht! Deshalb gilt es, über die Gefahren von Drogen und deren Konsum schonungslos aufzuklären. Und mit dieser Aufklärung muss frühzeitig begonnen werden! Es ist dabei ein völlig richtiger Ansatz, in die Schulen zu gehen und dort mit einer gezielten Ansprache über Drogen, so auch über Partydrogen, deren Wirkungen und Auswirkungen zu informieren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, null Toleranz zum Gebrauch von Drogen an Schulen.

Keine Verharmlosung von Sucht- und Rauschmitteln. Daher unterstützen wir auch weiterhin ausdrücklich die Finanzierung von Drogenpräventionsprojekten.

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:

Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

http://www.cdu.ltsh.de

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