Klaus Jensen

Klaus Jensen
Fischereipolitik

Tourismus | | Nr. 378/17

(TOP 28) Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen

Es gilt das gesprochene Wort

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Der Tourismus in Schleswig-Holstein hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Die Steigerungsraten bei den Tagestouristen und Übernachtungen liegen über dem Schnitt vergleichbarer Destinationen – das ist ein Erfolg aller Akteure, und: das war beileibe nicht immer so.

Doch die vor 3 Jahren auf den Weg gebrachte Tourismusstrategie (30/30/3) hat die Grundlagen für diese positive Entwicklung gelegt. Viele der touristischen Perlen in unserem Land haben durch kommunale – auch vom Land und EU geförderte - Investitionen in die Infrastruktur wesentlich zu diesem Aufschwung beigetragen. Herausragende private Investitionen sind in der Folge umgesetzt worden und haben auf mehr Kapazität, aber auch und vor allem auf mehr Qualität gesetzt – und das war auch nötig.

Hier sind beispielhaft Sankt Peter-Ording, Büsum oder Heiligenhafen zu nennen. Wachstumspotenziale werden identifiziert, gehoben, gezielt gefördert und konsequent ausgebaut! Vor wenigen Jahren war dies undenkbar.

Doch wir dürfen uns auf den Lorbeeren nicht ausruhen. Zunächst ist die Erreichbarkeit zu unseren Destinationen mitentscheidend für den künftigen Erfolg – das Thema ist nicht neu, aber immer noch sehr aktuell.

Neben der Straßen-, Schienen- und Hafeninfrastruktur müssen und werden wir uns auch um schnelle Glasfaseranbindung und die wachsenden Möglichkeiten durch die Digitalisierung kümmern müssen.

Der Ausbau des Digitalen ist schon jetzt ein entscheidender Standortvorteil.

Wenn wir uns nicht gemeinsam anstrengen – Bund, Land und Kommunen sowie private Initiativen – dann wird das Tourismusland zwischen den zwei Meeren in arge Bedrängnis kommen. Deshalb hat diese Jamaika-Koalition auch die Themen der Digitalisierung ganz oben auf die politische Agenda gesetzt. Und das ist auch gut so!

Meine Damen und Herren, das „Vier-Ebenen-Modell“ hat sich im Großen und Ganzen bewährt. Hier besteht strukturell kein Handlungsbedarf. Die Orte an der Küste und auf den Inseln sind natürlich die Leuchttürme in unserem Land. Diese sollen auch weiter gestärkt werden – obwohl auch der Tourismusverband in einigen Bereichen bereits von sichtbaren Wachstumsgrenzen spricht.

Die Potenziale sind aber auch in anderen Bereichen vielfältig und sollten künftig mehr berücksichtig werden, z.B. im Städte und Kreuzfahrttourismus.

Der Naturtourismus ist nach wie vor ein starkes Segment in Schleswig-Holstein. Im Weltnaturerbe Wattenmeer lässt sich dies besonders gut nachvollziehen, aber Nachhaltigkeit spielt nicht nur hier eine große Rolle.

Auch der Binnenlandtourismus kann als „Naturerlebnis zwischen den Meeren“ mit den passenden Konzepten davon profitieren, z.B. für Fahrradfahrer.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, auf zwei weitere Schwerpunkte möchte ich noch eingehen:

Zum einen müssen wir aufgrund des demografischen Wandels zunehmend an Angebote für Menschen mit Einschränkungen denken: Barrierefreiheit wird ein Megathema auch im Tourismus werden, und dabei reden wir nicht nur von Menschen im Rollstuhl oder am Rollator.

Zum zweiten spielt eine hohe Urlaubsqualität, gutes Fachpersonal in Hotel und Gastronomie eine herausragende Rolle. Der zunehmend offen zu Tage tretende Mangel an Fachkräften ist in dieser Branche besonders ausgeprägt. Das hat mit wenig attraktiven Arbeitszeiten und einer immer noch ausgeprägten Saisonalität zu tun. Aber - machen wir uns da nichts vor - auch mit der Höhe der Löhne und den Bedingungen am Arbeitsplatz. Hier sind insbesondere die Tarifpartner gefordert, mehr auf den Fachkräftemangel einzugehen und entsprechende marktgerechte Lösungen zu erarbeiten!

Es gibt also eine Menge zu tun, um den Schleswig-Holstein-Tourismus auf Spur zu halten. Das ist auch deswegen so wichtig, weil er neben der direkten wirtschaftlichen Bedeutung auch für eine bessere Lebensqualität sorgt.

Mehr Lebensqualität in unseren Städten und Dörfern – und das soll auch so bleiben, damit wir auch im nächsten Jahr wieder die glücklichsten Menschen in Deutschland sein können.

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Kai Pörksen
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