Tim Brockmann

Tim Brockmann
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Bauingenieurwesen | | Nr. 366/17

(TOP 20) Bauingenieure aus Kiel sind große Chance für Schleswig-Holstein

Es gilt das gesprochene Wort

Sperrfrist Redebeginn

Ich kann mich noch gut an die letzte Plenarsitzung erinnern, in der die Opposition uns vorwarf, keins unserer Wahlversprechen angepackt zu haben.

Schon damals war klar, dass dies lediglich Oppositionsrhetorik ist. Denn das Gegenteil ist vielmehr der Fall. Die Jamaika-Koalition packt in allen Bereichen an und hält ihre Versprechen. Im Wahlkampf, im Koalitionsvertrag und im 100 Tage Programm der Landesregierung haben wir die Einrichtung eines weiteren Bauingenieurstudiengangs im nördlichen Landesteil versprochen und mit dessen Einrichtung beginnen wir heute. Dies ist ein guter Tag für die Menschen und für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein. 

Denn landauf, landab beklagen Bauwirtschaft, Planungsbüros aber auch die öffentliche Verwaltung, dass es zu wenige Absolventen im Bauingenieurwesen gebe. Immer mehr Stellen, insbesondere im nördlichen Landesteil, können nicht adäquat besetzt werden - mit den bekannten Folgen für unser Land:

- Planungsvorhaben kommen ins Stocken,

- Investitionsmittel können nicht abgerufen werden und

- die Infrastruktur in unserem Land droht weiter zu verfallen.

Mit der Einrichtung eines weiteren Bauingenieurstudiengangs an der FH Kiel wollen wir hier schnell und gezielt Abhilfe leisten. Lassen Sie mich einen kurzen Blick in das Jahr 2003 zurückwerfen. Die damalige SPD-geführte Landesregierung machte sich an die Umsetzung des sog. Erichsen-Gutachten. Das Gutachten empfahl einschneidende Veränderungen der schleswig-holsteinischen Hochschullandschaft. Eine dieser einschneidenden Veränderungen war die Empfehlung die Bauingenieursausbildung auf den Standort Lübeck zu konzentrieren und die Bauschule in Eckernförde zu schließen.

Schon damals gab es kritische Stimmen. Der Abgeordnete de Jager stellte in der Plenardebatte die Frage, ob es sinnvoll sei, die gesamte Bauausbildung an einem Standort zu konzentrieren, der nicht einmal in der Mitte des Landes liege. Könne es nicht auch sinnvoll sein, so de Jager weiter, einen Ausbildungsstandort im südlichen Landesteil zu haben und einen im nördlichen Landesteil.

Rückblickend müssen wir diese Frage wohl mit „ja“ beantworten.

Meine Damen und Herren, es zeigt sich immer wieder, dass Fachhochschulen in der Region und von der Region geprägt werden. Sie bilden insbesondere für den regionalen Arbeitsmarkt aus. Das ist auch gut, denn es verankert die Fachhochschule in der Region und führt zu engen Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft, was ausdrücklich gewollt und zu begrüßen ist.

Wir müssen aber auch feststellen, dass die Absolventen bei weitem nicht so mobil sind, wie man es erwarten könnte. Wer erst einmal seine Region zum Studieren verlassen hat, kommt so schnell nicht wieder zurück. Es werden neue soziale Kontakte. Unternehmenspraktika erfolgen am Studienort und häufig ergeben sich daraus konkrete Jobangebote. Schließlich wissen die Unternehmen genau, das Bauingenieure knapp sind und werden sich daher umso entschiedener um Nachwuchsgewinnung kümmern. Das Nachsehen haben aber Unternehmen und Behörden im nördlichen Landesteil, die eben nicht diesen unmittelbaren Zugang zu den Studenten haben. Dies wollen wir mit der Einrichtung des Bauingenieurstudiengangs in Kiel und der Einbindung von regionalen Bauunternehmen ändern. Denn die Bauingenieure von morgen brauchen wir in unserem Land.

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich einige Erwartungen an den neuen Studiengang formulieren:

- Wir wollen, dass dieser schnell eingeführt wird. Unser Ziel ist das Wintersemester 2018/2019. Ich freue mich daher, dass die FH Kiel zugesagt hat, dieses leisten zu können und mit 40 bis 50 Plätzen zu starten.

- Der Studiengang muss sich am aktuellen Bedarf ausrichten, um einen erkennbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Dazu bedarf es einer engen Kooperation mit Wirtschaft und öffentlichen Stellen. Ich lade daher Wirtschaft und Verwaltung ein, konkrete Angebote zu machen, wie die Ausbildung unterstützt werden kann. Ich freue mich, dass hierzu auch bereits erste Zusagen gibt.

- Die FH Kiel soll, und das halte ich für ganz entscheidend, dabei eng mit der FH Lübeck kooperieren.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle sagen, dass das aufkommende Konkurrenzdenken hier fehl am Platz ist und daher wollen wir das Angebot auf einen Bachelorstudiengang beschränken. Uns geht es um die Sache.

Die Einrichtung des Bauingenieurstudiengangs an der FH Kiel wird daher mit Nichten eine Schwächung des Standortes Lübeck sein, sondern vielmehr eine Ergänzung vielleicht sogar auch eine Stärkung. Lübeck wird nach wie vor einer der qualifiziertesten Standorte für das Bauwesen mit seinen über die Landesgrenzen hinweg anerkannten Bachelor- und Masterstudiengänge in Norddeutschland bleiben.

Meine Damen und Herren, ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag. Vielen Dank.

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Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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