Peer Knöfler

Peer Knöfler
Berufliche Bildung, Weiterbildung

berufliche Bildung | | Nr. 250/18

(TOP 18 und 22) Berufsorientierung mit Weitblick

Rede wird zu Protokoll gegeben

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste.

Die heutige Debatte macht deutlich, dass uns allen die berufliche Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler am Herzen liegt. Dies ist auch richtig so, denn die aktuellen Zahlen belegen, dass wir im Bereich der beruflichen Orientierung Nachholbedarf haben.

Die Tatsache, dass wir im Juni dieses Jahres noch um die 8.500 unbesetzte Ausbildungsstellen in Schleswig-Holstein hatten, ist ein sehr deutliches und mahnendes Zeichen. Denn dies sind rund 14,5 Prozent mehr als in 2017. Das ist die Auswertung des Landeskonzepts Berufsorientierung von 2014.

Deshalb sprechen wir uns für eine zeitgemäße Neuentwicklung eines Gesamtkonzeptes zur Berufsorientierung aus. Die berufliche Orientierung umfasst alle möglichen Werdegänge nach einem Schulabschluss. Also den Übergang von der allgemeinen Bildung in die berufliche Bildung.

Es muss ein weiteres Ansteigen der unbesetzten Ausbildungsstellen verhindert werden, um auch unsere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, um unsere Industrie und unser Sozial- und Gesundheitswesen im Land zu unterstützen und zu stärken! Dazu gehört es, eine gesteigerte gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber der Ausbildungsberufe zu schaffen. Eine Studienorientierung alleine kann und darf zu Zeiten unbesetzter Ausbildungsstellen nicht im Fokus unserer Gesellschaft und der Politik stehen!

Ein wesentlicher Unterschied unserer Anträge, liebe SPD-Fraktion. Als Berufsschullehrer habe ich über viele Jahre viele Schülerinnen und Schüler kennen lernen und ein Stück ihres Lebens begleiten dürfen.

Schülerinnen und Schüler,

- die sich wohl fühlten mit der Wahl des richtigen Berufes

- die unglücklich waren, weil ihre Berufswahl nicht den Vorstellungen entsprach

- die feststellen mussten, den betrieblichen oder schulischen Ansprüchen des Berufes nicht gewachsen zu sein

- die orientierungslos in der Berufswelt vor sich hinlebten.

So weit, liebe Kolleginnen und Kollegen, darf es gar nicht erst kommen!

Und deswegen ist es wichtig und unabdingbar endlich ein Gesamtkonzept zur Berufsorientierung auf den Weg zu bringen. Ein Konzept, in dem Berufsschulen und insbesondere Berufsschullehrkräfte mit allgemeinbildenden Schulen zusammenarbeiten und kooperieren.

Ein Konzept, dass das allgemeinbildende und das berufsbildende Schulsystem öffnet, um den jeweiligen Lehrkräften eine fachliche Annäherung und einen sinnvollen Austausch zu ermöglichen. 

Für Schülerinnen und Schüler muss der Übergang in die Arbeitswelt individuell, detailliert und spezifisch, in der Phase der Berufsorientierung geebnet werden und genau da können Berufsschullehrkräfte mit ihrer Berufserfahrung Hilfestellung leisten.

Wir Politiker haben es ein Stück weit mit in der Hand, unseren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zur schulischen Qualifikation zu ermöglichen – als Voraussetzung für das spätere Berufsleben. Desweiteren die Grundlage für gute Kommunikation zwischen den Beteiligten zu legen und dadurch die Begeisterung für eine Ausbildung zu stärken.

Unser Antrag blickt über den bisherigen Horizont der SPD hinaus und deswegen beantrage ich, unseren Antrag, dem Antrag der Fraktionen von CDU, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und FDP „Gesamtkonzept Berufsorientierung“ zuzustimmen und den Antrag der SPD „Stärkung der Berufs- und Studienorientierung“ in den Bildungsausschuss zu überweisen und den Alternativantrag der AfD Mangels Substanz abzulehnen.

Um guten Nachwuchs zu fordern, bedarf es vorweg einer guten Förderung! Aber auf die betrieblichen und fachlichen Qualifikationen haben wir Politiker und Lehrer keinen Einfluss. Ganz kurz möchte ich hier noch die Gelegenheit nutzen, um auch an alle Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsstellen in unserem Land zu appellieren!

Ob, zum Beispiel ein angehender Servicemechaniker in einer KFZ-Werkstatt am Ende seiner Ausbildung einen Zahnriemen wechseln kann, oder ob beispielsweise eine angehende Pflegefachkraft am Ende ihrer Ausbildung unterschiedliche Lagerungsmethoden ihrer Patienten anwenden kann, dass allein haben unsere Ausbildungsbetriebe in der Hand und dieser Verantwortung muss sich auch ein jeder Ausbilder und auch jeder Ausbildungsbetrieb bewusst sein.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:

Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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