| Nr. 285/07

Das Dänische ist für uns von besonderer Bedeutung

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Es gilt das gesprochene Wort

Dem Erlernen von Fremdsprachen kommt in einem zusammenwachsenden Europa eine enorme Bedeutung zu, da Fremdsprachenkenntnisse Mobilität und grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermöglichen.
Deutschland grenzt an neun Nachbarländer mit sechs verschiedenen Sprachen an.
Für uns Schleswig-Holsteiner ist in diesem Zusammenhang das Dänische von besonderer Bedeutung.

Und das sollte uns immer wieder bewusst werden.
Lassen Sie mich deshalb hier ein Zitat aus der Partnerschaftserklärung „Zusammen wachsen“ Region Süddänemark-Schleswig-Holstein einfügen, die vor kurzem von unserem Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und dem Regionsvorsitzenden der Region Süddänemark, Carl Holst, unterzeichnet wurde.
„Die Partner messen dem Aufbau eines gemeinsamen Regionalbewusstseins - sowohl nach innen als auch nach außen - zentrale Bedeutung bei. Das Wissen um den jeweils anderen und der wechselseitige Informationsfluss sollen daher weiter verbessert werden. Hierfür sollen insbesondere die Medien auf beiden Seiten der Grenze angesprochen werden. Die Partner werden nach neuen Wegen suchen, die Kontakte zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, den kulturellen Institutionen und Initiativen, Kommunen, Schulen, Hochschulen, Vereinen und Verbänden weiter auszubauen.“

Um diese Ziele zu verwirklichen, ist vor allem ein Medium von ganz besonderer Bedeutung und das ist die Sprache, um beidseitig der Grenze miteinander Kontakte ausbauen zu können.
Ein Blick in die Statistik unterstreicht die Bedeutung von Dänisch in den Städten und Kreisen, die nur wenige Kilometer von Dänemark entfernt sind. Die meisten Schülerinnen und Schüler, die sich für Dänisch als zweite oder dritte Fremdsprache entscheiden, stammen gegenwärtig aus den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und der kreisfreien Stadt Flensburg. Von den insgesamt fast 4.000 Schülerinnen und Schülern, die am Dänischunterricht in Schleswig-Holstein teilnehmen, kommen über 90 % aus dem Landesteil Schleswig.

Die räumliche Nähe zu Dänemark wird von vielen Schulen stark genutzt. So wird es z. B. im kommenden Schuljahr einen grenzüberschreitenden gemeinsamen Bildungsgang der gymnasialen Oberstufe zwischen Niebüll und Tondern als „Europaklasse“ geben, in welcher der Unterricht je zur Hälfte in Deutsch und Dänisch erfolgt.

Schüleraustausch und die Verwendung „echter“ Sprachmaterialien wie Fernsehen (TV2), Radio (dänische Nachrichten RSH) und Printmedien (AVIS) ermöglichen ein authentisches, interkulturelles Lernen. Was man gelernt hat, kann man nahezu unmittelbar ausprobieren.
In der Grenzstadt Flensburg z. B. leben allein ca. 20.000 Dänen, die mit ihrer Vielzahl von dänischen Schul- und Kultureinrichtungen, das Stadt- und Gesellschaftsbild entscheidend mitprägen.
Doch nicht nur zum besseren gegenseitigen Verständnis deutsch-dänischer gesellschaftlicher Strukturen sind Dänischkenntnisse von Bedeutung. Auch und gerade in Flensburg spielt der wirtschaftliche Faktor eine bedeutende Rolle.
12,2 % Menschen ohne Arbeit in Flensburg im Gegensatz zu 5,5 % in Süddänemark sprechen eine deutliche Sprache. Immer wieder wird deshalb von Unternehmerseite nördlich der Grenze auf ausreichende Dänischkenntnisse als Einstellungskriterium hingewiesen. Die krass ansteigende Zahl dänisch lernender Erwachsener im Grenzgebiet macht deutlich, dass die Menschen verstanden haben, dass mit dem Erwerb der dänischen Sprache im nördlichen Wirtschaftsraum neue Perspektiven eröffnet werden.
Allerdings muss man sagen, dass die Anzahl der dänisch lernenden Kinder und Jugendlichen im Landesteil Schleswig hingegen nicht der wachsenden Bedeutung des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes und der engeren Kooperation, die ja insbesondere von unserem Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen vorangetrieben wird, gefolgt ist.
So erlernen in den deutschen Kindergärten des Landesteils Schleswig zurzeit lediglich ca. 540 Kinder die dänische Sprache, obwohl die Leitlinien zum Bildungsauftrag an Kindertagesstätten, dem Erlernen der Minderheitensprachensprachen Dänisch, Nordfriesisch und Plattdeutsch eine besondere Bedeutung zuweisen.

Um einen genaueren Überblick über den Stand des Dänischlernens durch die Mehrheitsbevölkerung im Landesteil Schleswig zu erhalten, bitten wir die Landesregierung einen entsprechenden Bericht bis zum Oktober 2007 vorzulegen. Auf dieser Grundlage muss dann entschieden werden, ob und wie das Erlernen der dänischen Sprache im Landesteil Schleswig weiter ausgebaut werden kann.

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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