| Nr. 386/07

CDU-Landtagsfraktion startet mit Großer Anfrage Initiative zur Hochbegabtenförderung

Mit einer Großen Anfrage zum Thema „Hochbegabung“ starten die Bildungspolitiker der CDU-Landtagsfraktion in die zweite Hälfte der Legislaturperiode. „Die erste Hälfte der Legislaturperiode war bildungspolitisch geprägt von der Arbeit an der größten Schulreform in der Geschichte Schleswig-Holsteins. Uns ist es nun wichtig, der Begabtenförderung an Schleswig-Holsteins Schulen einen neuen Stellenwert zu geben. Wir können es uns nicht leisten, wertvolles Potential hochbegabter Kinder und Jugendlicher verkümmern zu lassen“, so Herold bei der heutigen (30. Oktober) Pressekonferenz in Kiel.

Die Große Koalition habe das neue schleswig-holsteinische Schulsystem konsequent und durchgängig auf Fordern und Fördern ausgerichtet. „Wir sind bereits gut aufgestellt, was das Fördern der Schwachen angeht. Was uns noch fehlt, ist ein auf die Gruppe der Hochbegabten ausgerichtetes Angebot“, so Herold. Mit der Großen Anfrage will die CDU-Landtagsfraktion die notwendigen Informationen sammeln, um ein schlüssiges Konzept für Schleswig-Holstein zu entwickeln. Herold: „Andere Bundesländer und selbst das rot/rot regierte Berlin sind dort konzeptionell deutlich weiter. In Kaiserslautern gibt es bereits eine eigene Förderschule für Hochbegabte“.

Es gelte heute als allgemein anerkannt, dass etwa zwei Prozent eines Schuljahrganges hochbegabt sind. Ob diese Hochbegabung zu einer erfolgreichen Schullaufbahn führe, hänge jedoch stark vom jeweiligen Umfeld ab. Insgesamt litten etwa zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler unter einer geistigen Unterforderung bei der herkömmlichen Wissensvermittlung. Die Folge sei häufig Frustration bis hin zur völligen Verweigerung.

„Fachleute geben an, dass in Deutschland etwa 10.000 hochbegabte Jugendliche pro Jahr die Schulen ohne Abschluss verlassen. Völlig unabhängig von den persönlichen Tragödien dieser Menschen geht damit der Gesellschaft ein unglaubliches Potential verloren. Das können wir uns nicht leisten“, erklärte die Bildungsexpertin.

Gerade hochbegabte Kinder aus den so genannten „bildungsfernen Elternhäusern“ litten besonders. Bildungsnahe Elternhäuser bemerkten in der Regel früher, dass die Kinder an den Schulen unterfordert sind und böten ihren Kindern ein reichhaltiges privates Angebot, um die Schulunlust in Grenzen zu halten. „Für diese Kinder bietet unser neues Schulgesetz durch die flexible Eingangsphase und den schnelleren Weg zum Abitur gute Möglichkeiten“, erklärte Herold. Dies sei zwar keine echte Förderung sondern eher ein Mittel, die Langeweile zu verkürzen. Es verhindere aber zumindest das Abgleiten in völlige Frustration. „Was wir jedoch brauchen, sind Orte, wo hochbegabte Kinder ihren jeweiligen Ansprüchen gerecht unterrichtet werden können“, so Herold abschließend.

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Kai Pörksen
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