Andrea Tschacher

Andrea Tschacher
Drogen/Sucht, Menschen mit Behinderungen

Palliativ- und Hospizsituation | | Nr. 386/20

TOP 59: Am Ende eines Lebens die besten Rahmenbedingungen schaffen

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es war der 15. November 2017 – ein Tag, den ich nicht vergessen werde. Landtagspräsident Klaus Schlie hat mich als Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtages vereidigt, ich hatte meine Premiere als Schriftführerin im Präsidium und hielt hier im Hohen Hause meine erste Rede zu dem Antrag „Wohnortnahe stationäre Hospizplätze weiter ausbauen“. Besonders und aufregend war dieser Tag für mich.

Ich begann meine Rede mit einem sehr persönlichen Erlebnis – einer netten und liebenswerten Nachbarin, zu der ich ein freundschaftliches Verhältnis pflegte. Sie erzählte mir eines Tages, dass es ihr gesundheitlich nicht gut gehe, sie Magenprobleme habe. Sie ließ sich schließlich untersuchen – und dann ging alles ganz schnell. Sie kam in ein Krankenhaus, von dort aus direkt in ein Hospiz, in dem ich sie besuchte.

In tiefer, positiver Erinnerung ist mir geblieben, wie fürsorglich die Menschen auf ihrem letzten Lebensweg in einem Hospiz betreut werden.

Heute – fast genau drei Jahre später – spreche ich zu dem Bericht der Landesregierung zur Palliativ- und Hospizversorgung in Schleswig-Holstein – und es hat sich viel getan.

Dafür gilt mein und unser ausdrücklicher Dank Minister Dr. Garg, Staatssekretär Dr. Badenhop und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Sozialministerium für das bislang gemeinsam Erreichte.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, niemand beschäftigt sich gern mit dem Tod, schon gar nicht mit dem Tod nahestehender Menschen. Die Palliativ- und Hospizarbeit leistet in diesen Fällen wertvolle Arbeit.

Diejenigen, die haupt- und ehrenamtlich in gemeinnützigen Vereinen und Organisationen, in Kirchen und Stiftungen und weiteren Einrichtungen für die Palliativ- und Hospizarbeit tätig sind, verdienen unsere Aufmerksamkeit.

Ohne sie wäre eine Palliativ- und Hospizversorgung nicht möglich. Sie widmen sich den Angehörigen der Erkrankten, sie unterstützen diese, geben ihnen Zeit für kleine Verschnaufpausen und spenden Fürsorge. Ihnen gilt unser uneingeschränkter Dank und unser Respekt für ihre Arbeit und ihr Engagement.

Wie ist nun aber die derzeitige Situation in Schleswig-Holstein– was bringt der Bericht im Wesentlichen hervor?

Derzeit stehen uns 83 stationäre Hospizplätze zur Verfügung. Weitere 48 Plätze befinden sich in der Bauphase und werden bis zu dem Jahr 2022 zur Verfügung stehen.

Entsprechend des Koalitionsvertrages wird bis 2024 der Bau von stationären Hospizplätzen gefördert. Für diese Bauförderung stellen wir jährlich jeweils Mittel in Höhe von bis zu 500.000 Euro zur Verfügung. Ziel der Landesförderung ist die Unterstützung eines bedarfsgerechten Ausbaus von Hospizplätzen in Schleswig-Holstein mit einer ausgewogenen regionalen Verteilung.

So werden voraussichtlich bis zum Jahr 2024 insgesamt 152 stationäre Hospizplätze in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehen. Damit wird die in der Bertelsmann-Studie genannte Anzahl an Hospizplätzen nach derzeitigem Stand deutlich erreicht werden.

In der ambulanten Hospizversorgung befinden wir uns mit derzeit 55 Diensten auf dem dritten Platz unter allen Bundesländern.

Anfang des Jahres wurde dem Land Schleswig-Holstein vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband e.V. der Ehrenpreis in der Kategorie „Strukturen und Rahmenbedingungen“ verliehen. Das ist ein Kompliment und eine Motivation zugleich.

Danken möchte ich ebenso der Landeskoordinierungsstelle Hospiz- und Palliativarbeit Schleswig-Holstein e.V. und ihrem Team für die bislang geleistete Arbeit, ihr Engagement, die gute Zusammenarbeit und die Art des offenen Austausches.

Viel wurde schon erreicht. Uns liegt es aber weiterhin sehr am Herzen, Menschen am Ende ihres Lebens die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

Besonders hervorheben möchte ich den Einsatz, die Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Herzenswärme von Menschen, die während der Corona-Pandemie Schwerstkranke nicht allein gehen lassen und im Rahmen der jetzigen Möglichkeiten Beistand in Zeiten des Abschieds leisten. Neue Schwerpunkte im sozialen Miteinander wurden gesucht und gefunden.

Die Begründerin der Hospizbewegung, Cicely Saunders, drückte das Gebot der Humanität prägnant aus:

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben!“

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:


Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

http://www.cdu.ltsh.de

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