Barbara Ostmeier

Barbara Ostmeier
Integrationspolitik

Sport | | Nr. 093/17

Wir brauchen für den Sport ein grundlegendes Umdenken – insbesondere im Bereich von Politik und Verwaltung

Rede wurde zu Protokoll gegeben

Wir brauchen für den Sport ein grundlegendes Umdenken – insbesondere im Bereich von Politik und Verwaltung. Die aktuelle Diskussion um die Einführung einer Pferdesteuer in der Gemeinde Tangstedt macht dies deutlich. Der organisierte Sport leistet wertvolle Arbeit in vielen Bereichen. Gern sprechen wir darüber, dass er der „Kitt der Gesellschaft“ sei.

Aber anerkennen wir tatsächlich die Arbeit der 2660 Sportvereine und über 50 Fachverbände? Ich finde, nein. Zumindest nicht ausreichend. In unserer Verfassung haben wir den Sport als besonders förderungswürdig eingestuft. Erhält der organisierte Sport aber die entsprechend nötigen Fördermittel, um seine Querschnitts-aufgaben über alle verschiedenen Ressorts hinweg tatsächlich vollumfänglich erfüllen zu können? Ich finde das nicht!

Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie ich im letzten Jahr ein Informationsgespräch zur Finanzierung des Flüchtlingssports hatte. Das Sozialministerium stattete die Sozialverbände mit Millionen aus. Der Landessportverband ging auf Nachfrage komplett leer aus. Und auf meine Nachfrage hin, in welcher Höhe das Land den LSV bei der Integration fördert, erhielt ich die Antwort, 50 Tausend Euro aus dem MIB müssten reichen.

Es bedurfte erst des politischen Druckes meiner Fraktion, dem LSV 300 Tsd. Euro noch in 2016 zur Verfügung zu stellen. Jetzt sind es gerechterweise 400 Tausend Euro. Ich gestehe den Koalitionären zu, dass sie dazu lernen, aber wenn es um die auskömmliche Finanzierung des Sportes in Schleswig-Holstein im Allgemeinen geht, müssen sie politisch angetrieben werden.

Und das Dialog-Forum des LSV in der Sparkassen-Arena im letzten Monat hat dies aus meiner Sicht leider sehr deutlich unterstrichen: SPD, Grüne und SSW haben zu wenig gemacht, um den vereinsgebundenen Sport bundesweit aus dem Tabellenkeller der Sportfinanzierung zu holen.

Und dass sie keine gute Sportpolitik machen, sehen wir auch bei der Sanierung von Sporthallen und -anlagen. Unabhängig davon, dass die von Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 2,75 Millionen Euro nicht ausreichen. Sie laufen konzeptlos durch die Sportlandschaft dieses Landes. Hätten Sie unseren Haushaltsanträgen in den letzten Jahren zugestimmt, wären wir heute schon um Vieles weiter - hätten wir mindestens zwölf Millionen Euro vom Sanierungsberg abgetragen können.

Jetzt fordert diese Koalition vom Bund ein Programm zur Sanierung der Sportstätten – bei höheren Landeseinnahmen.

Sie haben bereits vom Bund knapp 100 Millionen Euro für kommunale Sanierungsmaßnahmen erhalten. Sie müssen nur die Förderbedingungen flexibilisieren und die Beschränkungen im Kommunalinvestitionsförderungsgesetz aufheben. Was nützt mir die energetisch sanierte Fensterfront einer Sporthalle, wenn der Boden marode ist. Und was nützen mir die wassersparende Duschanlagen, wenn die Kacheln von den Wänden fallen. Sie machen es sich zu leicht, meine Damen und Herren.

Die Rahmenbedingungen für den Sport stimmen nicht mehr. Wir brauchen für die Kernbereiche des Sports die entsprechenden Mittel.

Der LSV-Präsident Hans-Jakob Tiessen hat die herausragende Bedeutung der Sportvereine als – ich zitiere – „Stabilisatoren der Gesellschaft, die bis in die kleinsten Kommunen des Landes hineinwirken“ – betont. Recht hat er. Deshalb ist die Einführung einer kommunalen Pferdesteuer genauso wenig zielführend wie die Forderung von Minister Studt, mehr Geld vom Bund zu fordern.

Herr Minister Studt, anstatt im Kieler Kabinett für deutlich mehr Fördermittel für den Landessportverband sowie für die Landesfach-verbände und die Vereine zu kämpfen, lassen Sie sich von den Grünen ideologisch im Sport vorführen. Ihre Flucht nach vorn geht in die falsche Richtung. Machen Sie ihre Hausaufgaben erst bei uns im Land und enttäuschen sie sportpolitisch nicht wieder auf der ganzen Linie.

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