Heike Franzen

Heike Franzen
Bildungspolitik

Bildung | | Nr. 090/17

Die Begabtenförderung wurde vernachlässigt, im MINT-Bereich fehlen Lehrkräfte und gute Rahmenbedingungen

Es gilt das gesprochene Wort

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Da ich hier gleich drei Themen in fünf Minuten bearbeiten soll, sehen Sie es mir nach, wenn ich Schwerpunkte setze und nicht auf alle Aspekte eingehe, die diese wichtigen Themen verdient hätten. Hätten wir mehr Bildungspolitiker im Ältestenrat, hätte das sicher anders ausgesehen.

Zunächst möchte ich auf den vorgelegten MINT- Bericht eingehen. Je nachdem welch Studie man zu Grunde legt, sind die MINT-Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler mal besser und mal schlechter, das hat gerade das letzte Jahr gezeigt. Klar, dass sich die Landesregierung nur die positiven Aspekte zu eigen macht.

Aber egal ob man die Leistungen nun als gut oder nicht so gut bewertet, eines bleibt zu tun. Entweder muss man dafür sorgen, dass die guten Leistungen erhalten bleiben oder dass die nicht so guten verbessert werden. Dafür braucht man gut ausgebildete Lehrkräfte und entsprechende Rahmenbedingungen. Und da floppt die Landesregierung komplett. Ich will nur beispielhaft die Situation der Gemeinschaftsschulen darstellen: In Mathematik und Biologie ist die Sachlage noch einigermaßen entspannt. Danach allerdings ergibt sich folgendes. Durchschnittlich kommen auf eine der 182 Gemeinschaftsschulen 2,5 Physiklehrer, 2,3 Chemielehrer, 1,2 Techniklehrer und sage und schreibe 0,03 Informatiklehrer. In Schleswig-Holstein werden bis zum Jahr 2018 insgesamt 57 Chemielehrer, 44 Physiklehrer 13 Techniklehrer und 2 Informatiklehrer für die 182 Gemeinschaftsschulen und 99 Gymnasien ausgebildet sein.

Was unsere Schulen jetzt brauchen, ist kein Bericht der Ministerin, sondern eine MINT-Offensive mit Maßnahmen zur Lehreraus- und fortbildung. Ich denke dabei an eine Bewerbung der MINT-Fächer und den beruflichen Möglichkeiten in diesen Bereichen. An das Fach NaWi. Hier muss eine Konzentration auf jedes einzelne Fach erfolgen und nicht die Zusammenlegung der Fächer zum neuen Fach NaWi. Dazu gehören auch Technik und Informatik. Der gemeinsame Vorstoß von Piraten und CDU zur Informatik wurde abgelehnt. Gemeinsam mit den Universitäten gibt es hier viel zu tun. Die CDU will sich dieses Problems annehmen und es lösen und nicht mit Berichten unnötig verlängern und auf die lange Bank schieben.

So ist das auch mit der Begabtenförderung. Die ganze Legislaturperiode über hat sich die Landesregierung nicht um diese Gruppe gekümmert.

Jetzt auf einmal fällt der Ministerin kurz vor den Landtagswahlen ein, dass man sich auch diesen Kindern widmen sollte und legt diesen Bericht vor. Inhalt: wir haben das gemacht, was wir immer gemacht haben. Und wie machen wir jetzt weiter? Die SPD bemängelt in ihrem Wahlprogramm, dass Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen in Deutschland nicht ausreichend bei der Entfaltung der Talente berücksichtigt werden. Sie schreibt aber nicht, wie sie die individuelle Förderung verbessern will. Aber erstmal einen Runden Tisch einberufen. Wozu eigentlich? Für diese Legislaturperiode wird er keine Auswirkungen mehr haben. Auf das Wahlprogramm der SPD auch nicht, das ist bereits beschlossen. Achja, es ist ja Wahlkampf. Die CDU macht Ihnen klare Vorschläge zur Förderung von Kindern mit Begabungen und Hochbegabung. So verschieden wie die Kinder sind, so vielfältig müssen auch hier die Angebote sein.

Zudem was bereits in den Schulen möglich ist, wollen wir, dass die Potentiale von Kindern bereits früh erkannt und gefördert werden können. Das muss bereits in der Grundschule möglich werden. Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler sollen hier auf Fachleute zurückgreifen können, die sie unterstützen. Das Schulsystem zwischen Gemeinschaftsschule und Gymnasium muss so durchlässig sein, dass Schülerinnen und Schüler auch von einer Gemeinschaftsschule auf ein Gymnasium wechseln können. Für hochbegabte Kinder brauchen wir auch in Schleswig-Holstein ein System von Hochbegabtenklassen, damit diese Kinder nicht mehr in anderen Bundesländern nach schulischen Angeboten suchen müssen. Und auch unsere Hochschulen sollen noch stärker mit den Schulen zusammenarbeiten und Angebote für begabte und hochbegabte Kinder und Jugendliche anbieten.

Wir bieten ein Konzept für die Begabtenförderung in Schleswig-Holstein an, dass vielfältig und differenziert auf die individuellen Begabungen von Kindern eingehen kann. Ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag.

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

http://www.cdu.ltsh.de

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